Ich warte nicht bis zum Feierabend! | Changes - Erkenne die Möglichkeiten

Ich warte nicht bis zum Feierabend!

Home / Lebensbereiche / Ich warte nicht bis zum Feierabend!

In einem Serviceunternehmen lernte ich eine Objektleiterin kennen, die mir von Anfang an sich aus dem Kreise ihrer Kolleginnen und Kollegen auffiel. Irgendwann in einer Pause kamen wir ins Gespräch. Sie lächelte schon als ich sie ansprach. „Was wollen Sie hören“ sagte sie ohne dass ich irgendetwas zur persönlichen Begrüßung sagte. „Mein Ruf eilt mir meistens voraus!“ Das wollte ich natürlich erläutert haben.

„Wissen Sie, meine Eltern hatten auch ein Serviceunternehmen. Sie dachten, das wäre nichts für mich. Ich sollte studieren und am besten etwas „gescheites“. In meinem Falle war das dann Jura. Ich bin tatsächlich Rechtsanwältin geworden und habe meine eigene Kanzlei gehabt. Jetzt sollte mann meinen, alles „richtig“ gemacht zu haben und jetzt kommen Mann Kinder und Wohlstand! Sie können sich schon denken, dass es anders kam. Meine Eltern sind bei einem Verkehrsunfall beide gestorben. Da ich keine Geschwister habe, habe ich das Unternehmen damals schweren Herzens verkauft. Ich liebte es wirklich im Unternehmen meiner Eltern zu arbeiten und mein Vater hat dafür gesorgt, dass ich wirklich „unten“ anfange. Niemand muss mir erzählen, wie so ein Unternehmen und die Branche funktioniert.“ Wie kommen Sie jetzt in dieses Unternehmen? „Tja – Irgendwann während meines Studiums begann ich Geschichten für Kinder zu schreiben (Da hatte ich noch keine eigenen Kinder). Nachdem ich meinen Mann kennenlernte (einen Anwalt) hatte ich mir schon immer vorstellen können, dass mein Mann die Kanzlei weiterführt und ich mich um unsere Kinder kümmere.“ Was hat das mir den Kindergeschichten zu tun? „Langsam – Eines Tages stellte ich fest (wir hatten zwischenzeitlich 3 Kinder) dass mein Mann viel lieber mit seiner Sekretärin Zeit verbrachte. Ja, ich war die letzte, die es glauben wollte! All meine Freundinnen haben mich schon lange gewarnt. Naja – wir haben uns getrennt und danach brach zunächst erst einmal eine Schlacht ins Lande (Sie können sich vorstellen: 2 Juristen – „meine“ Kanzlei – 3 gemeinsame Kinder). Nun, wir haben laut gebrüllt und doch für alle beteiligte eine machbare Lösung gefunden. Danach habe ich mich gefragt, was mache ich jetzt eigentlich. Die Kinder sind in mittlerweile in einem Alter, wo sie mich nicht mehr jeden Tag brauchen. Als Anwälten wollte ich nicht mehr arbeiten. So habe ich mich wieder daran erinnert, was mir während meines Studiums so viel Freude bereitete. Ich wollte ein Kinderbuch schreiben. Allerdings habe ich, trotz aller Entschlossenheit festgestellt, dass ich für den Lebensunterhalt unsere Familie noch etwas dazuverdienen muss. Da ich auf gar keinen Fall mehr als Anwältin arbeiten wollte (Das wollte ich übrigens, wenn ich ehrlich bin noch nie) erinnerte ich mich an das, was ich in meiner Kindheit schon gerne gemacht habe und immer schöne Erinnerungen an meine Eltern damit verbinde – Reinigen. Also, bewarb ich mich bei einem Gebäudereinigungsunterhmehmen in unserer Gegend. Die Personalleiterin kannte mich noch aus früheren Rechtsangelegenheiten vor Gereicht und dachte ich hätte ein Alkohol- oder irgend ein  anderes Problem. Wieso sollte mann denn aus ihrer Sicht jetzt als Objektleitung in einer Gebäudereinigung arbeiten. Aber wichtig war für mich, dass ich eine Tätigkeit habe, die mir Freude macht und zu der ich stehen kann. Ausserdem werden wir mal abwarten, was sich mit dem Kinderbüchern entwickelt. Ich bin gespannt!“

Nun war leider auch schon die Pause vorüber und wir gingen wir in die Schulung. Aber ich habe mir die Geschichte bis heute gemerkt. Lieber etwas tun, was mich erfüllt, als etwas womit ich vielleicht im ersten Schritt viel mehr Geld verdienen kann. Eine mutige und beeindruckende Entscheidung!

Weitere Artikel aus dieser Kategorie
Melden Sie sich doch bei uns

Leider stehe ich Ihnen nicht zum live Chat zur Verfügung, aber schreiben Sie mir doch eine Nachricht. Ich melde mich umgehend bei Ihnen